Spanien - Ein Überblick aus wirtschaftlicher und steuerrechtlicher Sicht
Seitdem das Königreich Spanien 1985 der Europäischen Union beigetreten ist, hat es einen Prozess der wirtschaftlichen Stabilisierung unterlaufen. Mit einer Ausdehnung von 5.048.000 km2, ist Spanien das zweitgrößte Land der Europäischen Union und mit 43 Millionen Einwohner das fünftgrößte in Bezug auf die Einwohnerzahl. Die spanische Wirtschaft lebt zum großen Teil von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die vor allem Handel mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten betreiben.
75 % aller spanischen Exporte haben eine Endbestimmung innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten, wobei Deutschland das Land ist, in welches die meisten spanischen Exporte fließen. 66% aller spanischen Importe kommen aus den EU-Mitgliedsstaaten, auch hier ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Spaniens. Neben dem Handel sind auch viele deutsche Firmen direkt in Spanien niedergelassen oder haben eine Betriebstätte. Einer der Gründe dafür, dass viele deutsche Firmen aus dem Mittelstand oder eigenständige Unternehmer sich in Spanien niederlassen, sind sicherlich die relativ geringen Kosten bei der Gesellschaftsgründung. So beträgt z.B. das Stammkapital einer spanischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Sociedad Limitada) 3.006,05 €.

Die steuerlichen Belastungen für in Spanien ansässige Unternehmen setzt sich in der Regel wie folgt zusammen: Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 35%, wobei Gewinne bis 90.151,82 € bei einem Jahresumsatz von weniger als 1,5 Mio. € zu einem niedrigeren Steuersatz von 30 % versteuert werden können. Die Arbeitgeber zahlen Sozialabgaben in Höhe von circa 31% über ausgezahlte Löhne und Gehälter. Die spanische MWST beträgt im Allgemeinen 16%, soll aber ab dem 01. Juli 2010 auf 18% angehoben werden.

Durch das gesunde wirtschaftliche Klima, eine gute Infrastruktur und ein relativ übersichtliches Besteuerungssystem, sowie den Zugang zu den Märkten in Lateinamerika, wurde in den letzten Jahren in Spanien ein Zuwachs an Direktinvestitionen aus den EU-Staaten und besonders aus Deutschland verzeichnet. Das solide Wachstum der spanischen Wirtschaft ermöglichte es zahlreichen mittelständischen deutschen Firmen Rückgänge in der Binnennachfrage auszugleichen.

Spanien war auch wegen der geringen Lohnkosten bevorzugter Investitionsstandort deutscher Unternehmen, die Auswirkungen der globalen Finanzkrise machen sich allerdings zunehmend bemerkbar und der drastische Wirtschaftseinbruch hat auch die Aussichten deutsch-spanischer Unternehmen für das laufende Jahr verschlechtert.
Umso wichtiger wird es dadurch allerdings, eine kompetenten Ansprechpartner vor Ort zu haben, der sich mit den lokalen Regelungen auskennt und der Ihnen in Hinsicht auf den zu erwartenden Aufschwung zur Seite steht.
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